Claudio Abbado

Claudio Abbado gab 1960 sein Debüt am Teatro alla Scala in seiner Heimatstadt Mailand und war von 1968 bis 1986 Musikdirektor dieses Hauses. Von 1986 bis 1991 war Claudio Abbado zunächst Musikdirektor der Wiener Staatsoper, ab 1987 auch Generalmusikdirektor der Stadt Wien.
1988 rief er in Wien das Festival "Wien modern“ ins Leben.
Am Pult der Berliner Philharmoniker stand Claudio Abbado zum ersten Mal 1966, bevor er von 1989 bis 2002 zu seinem ständigen Dirigenten und Künstlerischen Leiter wurde. Bei der Gestaltung der Konzertprogramme nahm die Musik des 20. Jahrhunderts neben den Werken der Klassik und Romantik einen festen Platz ein.
1994 übernahm er die künstlerische Leitung der Osterfestspiele in Salzburg, die er um eine Konzertreihe mit zeitgenössischer Musik und um einen Kompositions- und einen Literaturpreis erweiterte.
Der musikalische Nachwuchs war Claudio Abbado stets ein besonderes Anliegen. 1978 gründete er das European Union Youth Orchestra, 1981 das Chamber Orchestra of Europe sowie 1986 das Gustav Mahler Jugendorchester, 1997 das Mahler Chamber Orchestra und 2004 das Orchester Mozart zur Förderung junger Talente.
2003 rief Claudio Abbado das Lucerne Festival Orchester wieder ins Leben, das sich aus internationalen Solisten und dem Mahler Chamber Orchestra zusammensetzt und mit dem er seitdem regelmäßig arbeitet.
Abbado hat zahlreiche CD-Einspielungen veröffentlicht, darunter Gesamtaufnahmen des symphonischen Werkes von Beethoven, Mahler, Mendelssohn, Schubert, Ravel und Tschaikowsky und Prokofjew sowie Werke von Verdi, Rossini, Mozart und Wagner. Die Aufnahmen wurden u. a. mit dem Grammy Award, dem Grand Prix International du Disque, dem Diapason d’or, dem japanischen Record Academy Prize, der Stella d’oro, dem Orphée d’or und dem Grand Prix de la Nouvelle Académie ausgezeichnet.
Claudio Abbado hat zahlreiche Ehrungen erhalten, u. a. den Freud Preis, die Goldmedaille der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft, den Ehrenring (1973) sowie die Nicolai-Medaille in Gold (1980) der Wiener Philharmoniker, die Mozartmedaille, die Mahlermedaille und den Ehrenring der Stadt Wien sowie das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich. Er wurde mit dem Gran Croce Ordine al Merito della Repubblica Italiana und mit der Medaglia d’oro für seine Verdienste um Kunst und Kultur ausgezeichnet, er erhielt das Grand Croix der Légion d’Honneur in Frankreich und in Deutschland den Ernst-von-Siemens-Musikpreis. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Cambridge, Aberdeen, Ferrara und Basilicata. 1999 wurde er mit dem Premio Nonino ausgezeichnet, 2001 von den Musikkritikern in Deutschland zum "Dirigenten des Jahres" gewählt und erhielt den Würth-Preis der Jeunesses Musicales. Im März 2002 bekam Abbado den deutschen Kritikerpreis.
Im April 2002 wurde er für seine Verdienste um das kulturelle Leben in der Hauptstadt Berlin mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern ausgezeichnet. 2003 erhielt er den "Praemium Imperiale" der Japan Art Association, die Goldmedaille der Royal Philharmonic Society und den italienischen Kritikerpreis "Franco Abbiati". Seit 2005 ist er Ehrenbürger der Stadt Luzern.
In Würdigung seiner Verdienste um die Förderung des musikalischen Nachwuchses wurde Claudio Abbado im Februar 1997 die Würde des Ehrensenators der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin verliehen.

Stand 8/2008