Prof. Jürgen Ganzer begann seine Akkordeonausbildung 1960 an der Musikschule Potsdam und besuchte zwischen 1965 und 1969 die Spezialschule für Musik in Berlin. An das Abitur schloss sich von 1969 bis 1975 sein Studium der Komposition bei Prof. Dr. Wolfram Heicking und des Akkordeons bei Hans und Christine Boll an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin an. Nach dem Staatsexamen war Jürgen Ganzer als Komponist, Arrangeur, Korrepetitor, Lehrer und Musiker in verschiedenen Ensembles und als Solist freiberuflich tätig. Er arbeitete im Bereich politisches Lied, Folklore und Chanson sowie an Berliner Bühnen wie der Volksbühne, dem Berliner Ensemble und dem Friedrichsstadtpalast. Jürgen Ganzer wirkte an Hörspiel-, Film- und Fernsehproduktionen mit und war neben seinen pädagogischen Aufgaben als Studiomusiker in den unterschiedlichsten musikalischen Genres tätig. Er schuf Kompositionen und Arrangements besonders im Bereich von Kammer-, Schauspiel- und Filmmusik sowie didaktischer und elektronischer Musik. In kammermusikalischem Rahmen konzertierte Jürgen Ganzer vor allem im Akkordeon-Duo und gab außerdem Konzerte mit lateinamerikanischen und Jazzmusikern. Er nahm an Interpretationswettbewerben teil, wo er mit Preisen wie dem 1.Preis des Akkordeonsolistenwettbewerbs der DDR 1972, dem Kammermusikpreis des Kompositionswettbewerbs des Rundfunksenders "Stimme der DDR" sowie 1985 und 1986 als Gewinner des Duo-Wettbewerbs beim Internationalen Akkordeonwettbewerb in Klingenthal ausgezeichnet wurde. Von 1983 bis 1990 war Jürgen Ganzer Mitglied der Wettbewerbskommission der Zentralen Fachkommission Akkordeon der DDR und ist nach Auflösung dieses Gremiums an der Vorbereitung und Durchführung internationaler Akkordeonwettbewerbe beteiligt. Seit 1994 ist er Vorsitzender der Internationalen Jury und war 1996 als Vorsitzender der Jury des Akkordeonwettbewerbs Coupe mondiale des C.I.A. - Unesco tätig. Seit 1978 unterrichtet Jürgen Ganzer musiktheoretische Fächer an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, wurde 1988 als Dozent für Komposition und Tonsatz und 1993 als Professor für Tonsatz und Instrumentation berufen.
