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Qualitätszirkel Studienberatung

Projektbeschreibung

Projektbeschreibung

I. Ausgangssituation
 

Die Maßnahmen im Rahmen des Qualitätsmanagements für die in Folge des Bologna-Prozesses eingeführten gestuften Studiengänge BA und MA und der modularisierten künstlerischen Studiengänge haben an allen vier künstlerischen Hochschulen im Land Berlin - neben der Notwendigkeit, die inhaltliche Reform der Studienangebote fortzusetzen - drei wesentliche Erkenntnisse erbracht:
 

  1. Bedingt durch die sehr heterogene Studierendenschaft (ein hoher Anteil internationaler Studierender, unterschiedliche Bildungshintergründe, kulturelle Vielfalt, etc.) sowie eine für die künstlerische Ausbildung typische individuelle Komponente, gibt es nach wie vor einen erheblichen Informationsbedarf bei Studierenden und Lehrenden über den Studienverlauf, den Aufbau der Module und die Vergabe von Leistungspunkten und Noten. Die Handhabung der neuen Studienmodelle ist noch nicht durchgehend im Alltag angekommen, was angesichts sehr individualisierter Studienverläufe in den künstlerischen Studiengängen für alle Beteiligten ein Problem darstellt. Das betrifft z. B. auch den kreativen und kapazitär verantwortlichen Umgang mit Wahlangeboten, die das Pflichtprogramm sinnvoll ergänzen und erweitern sollen.

  2. Die Studienberatung an den Hochschulen wird als fachlich kompetent und engagiert eingeschätzt. Der zu leistende Beratungsaufwand in der Studieneingangsphase ist dabei besonders hoch, insbesondere für die ausländischen Studierenden, die mit dem Studienmodell nicht vertraut sind. Hinzu kommen die sprachlichen Einschränkungen. Deutlich ist geworden, dass es neben der individuellen Beratung häufig noch an gezielten Beratungsstrategien fehlt, um in kurzer Zeit den Einstieg in das Studium möglichst reibungslos zu gewährleisten. Es ist noch nicht flächendeckend gelungen, ein durchgehendes Konzept von der Beratung der Studienbewerber_innen hin zu den Studierenden, die ihr Studium beginnen, zu etablieren.

  3. Die Hochschulen müssen studienbegleitende Erfolgskontrollsysteme aufbauen, um eine Feedbackkultur zu etablieren, welche die Lehre stärker als bisher auf ein Ausbleiben des Studienerfolgs aufmerksam macht und dieser beisteht bzw. hilft, durch gezielte Beratungsangebote Studierende rechtzeitig in ihrer (Neu-)Orientierung im jeweiligen Studienprogramm zu unterstützen.

Die Hochschulen sehen deshalb einen erhöhten Aufwand für die Studienberatung/Studienkoordination, der nicht allein mit einer quantitativen Ausweitung der Beratungsressourcen zu decken ist. Vielmehr ist intendiert, eine wirksame Beratung und Betreuung bereits in der Studieneingangsphase zu etablieren. Die Erfahrungen der vier Hochschulen in der bisherigen Beratungspraxis einschließlich der vorhandenen Informationsmedien werden, mit Blick auf die Zielgruppe, gemeinsam kritisch ausgewertet, um darauf aufbauend jeweils eine innovative Strategie für eine wirksame Begleitung der Studierenden in der Studieneingangsphase zu entwerfen. Gleichzeitig gilt es, die Studienverläufe unterschiedlicher Studierendengruppen in Studienverlaufsanalysen weiter zu beleuchten, um zielgruppenspezifische Maßnahmen daraus ableiten zu können.

Mit dem hochschulübergreifenden Ansatz durch die Vernetzung in einem Qualitätszirkel wollen die Kunsthochschulen bewusst einen hochschulexternen Blick auf die eigene Situation zulassen und die an den anderen Hochschulen gesammelten Erfahrungen für die eigene Konzeptentwicklung nutzbar machen.
 

II. Konkrete Ziele


a) Dokumentation der Arbeit und Ergebnisse der Studienberatung, Implementation der Studienberatung und deren Dokumentation in das System der Qualitätssicherung der Hochschulen

b) Berücksichtigung spezifischer Zielgruppen: Sicherung des Studienerfolgs von Studierenden ohne allgemeine Hochschulzugangsberechtigung durch eine konzeptionell auf diese Bewerber_innen abgestimmte Beratungsarbeit, auch Berücksichtigung der zunehmenden Heterogenität von Bildungs-, Arbeits- und Lebensverläufen von Bewerber_innen (Stichwort Qualifizierung durch berufliche Leistungen). Je nach Hochschule wird und muss sich die Beratungsarbeit auch weiteren Dimensionen von Heterogenität, wie sozio-kulturelle Merkmale und ethnisch-kulturelle Hintergründe der Studierenden, stellen und die damit verbundenen Herausforderungen bewältigen.

c) Konzeptionelle (Weiter-)Entwicklung von Erfolgskontrollverfahren und darauf basierenden Beratungsangeboten und Verknüpfung der hieraus gewonnenen Erkenntnisse mit der Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Studienangebote

d) Verbesserung der Beratung bei der Gestaltung von individuellen Studienverläufen innerhalb der Regelstudienzeit und bei Praktika, Studienaufenthalten und Abschlussarbeiten im Ausland

e) Unterstützung der Studieninteressierten bei der für sie richtigen Studienfachwahl, Förderung der Selbstkompetenz der Studierenden, ihr Studium zielgerichtet zu absolvieren

f) Entwicklung von optimalen Prozessverläufen im Hinblick auf die Bewerbungs- und Prüfungsverfahren als Entlastung der allgemeinen und fachlichen Studienberatung

g) Beratungsstrukturen und Konzepte sollen festgeschrieben und verbessert werden, um einen langfristigen Mehrwert für die Beratungsarbeit zu erzielen.
 

III. Maßnahmen

  1. Evaluation der Informationsmedien für Studienbewerber_innen und daraus folgende Optimierungen

  2. Aufbau differenzierter Informations- und Beratungsformate für heterogenen Zielgruppen an den Kunsthochschulen und Einbettung in ein Selbstinformations- und Beratungsgesamtkonzept an der jeweiligen Hochschule sowie die operative Unterstützung der Vernetzung von Beratung und Lehre

  3. Aufbau und Dokumentation eines Erfolgsmonitorings, vor allem in der Studieneingangsphase, als Unterstützung für die allgemeine sowie die Fachstudienberatung

  4. Entwicklung idealtypischer Studienverlaufspläne und, sofern nicht vorhanden, Erstellung von Unterlagen zur Dokumentation der individuellen Studienleistungen (z. B. Modulblätter, Testathefte …)

  5. Erarbeitung und Umsetzung eines Konzepts für ein neues, nutzerfreundliches Informationsdesign speziell für die Zielgruppe der Studieninteressierten auf den Websites der Hochschulen, Durchführung von Informationsveranstaltungen an den jeweiligen Hochschulen sowie ggf. vor Ort an den Schulen durch studentische Hochschulbotschafter_innen; interkulturelle Vielfalt und Diversität sind hierbei ebenso zu berücksichtigen wie bildungsferne und heterogene Bildungsverläufe

  6. Erarbeitung und Umsetzung eines hochschulspezifischen Konzeptes zur Verzahnung und Optimierung der Serviceeinheiten in den Arbeitsfeldern Studienberatung, Studienverwaltung, akademisches Auslandsamt sowie mit dem Bereich internationale Beziehungen

  7. Vorbereitung von Online-Bewerbungen.

IV. Laufzeit: 01.10.2014 – 31.12.2016

Projektstruktur

Das Qualitätsverbesserungsprojekt „Qualitätszirkel Studienberatung“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der vier künstlerischen Hochschulen im Land Berlin, der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin, der Weißensee Kunsthochschule Berlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Das Projekt findet im Rahmen der Berliner Qualitätsoffensive für die Lehre 2012 – 2016, Förderlinie II: Hochschulübergreifende Zusammenarbeit in der Studienberatung, statt.

Im Rahmen der gemeinsamen Kick-Off-Veranstaltung am 11. Dezember 2014 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin haben die Projektpartner, vertreten durch die jeweiligen Projektleiter_innen der beteiligten Hochschulen, die gemeinsame Projektstruktur diskutiert und die gemeinsamen Projektkoordinaten beschlossen.

Projektkoordinaten

Mission des Qualitätszirkels

Als zugrunde liegende Mission des Qualitätszirkels Studienberatung wird von den Hochschulen die Qualitätssicherung nach dem Best-Practice-Prinzip definiert.

Methodisches Vorgehen

KVP und PDCA-Zyklus: Methodisch stützt sich der Qualitätszirkel Studienberatung auf den „Kontinuierlichen Verbesserungsprozess“ (KVP), wobei das Vorgehen im Verbesserungsprozess durch den „Plan – Do – Check – Act – Zyklus“ (PDCA-Zyklus) beschrieben wird.

Zielsetzung des KVP

Das Ziel des KVP ist die Verbesserung der Beratungsprozesse und Beratungsabläufe mit einem starken Fokus auf die Steigerung ihrer Effizienz und Effektivität. Insgesamt erhoffen sich die Hochschulen eine erhöhte Beratungsqualität von Bewerber_innen und Studierenden, vor allem in der Studieneingangsphase.
Als Voraussetzung für den Erfolg der gewählten methodischen Vorgehensweise wird der Wille der beteiligten Hochschulen, die Ergebnisse aus dem KVP unmittelbar umzusetzen, angesehen.

Ablauf eines Qualitätszirkels

Um Qualitätszirkel erfolgreich durchzuführen, definieren die beteiligten Hochschulen die Vorabklärung der folgenden Fragen für grundlegend:

Was ist das genaue Themengebiet?
Was wollen wir genau besprechen?
Wer gehört zu dem Qualitätszirkel?
Was wollen wir erreichen?
Was sind unsere zugrunde liegenden Werte/Annahmen?

Im Rahmen des KVP analysieren die Beteiligten vorab den jeweiligen Arbeitsbereich/das jeweilige Arbeitsfeld an ihrer Hochschule und erarbeiten im Qualitätszirkel gemeinsam und hochschulübergreifend konkrete Verbesserungsvorschläge.

Arbeitsstruktur im Projekt

Die Steuerungsgruppe: Die Steuerungsgruppe ist der Auftragsgeber der einzelnen Qualitätszirkel. Sie ist dafür verantwortlich, dass die Zirkel geplant und regelmäßig umgesetzt werden. Die Steuerungsgruppe ist das oberste Entscheidungsgremium. Es setzt sich aus den Leitungen der Studienberatungen an den vier Hochschulen zusammen.  Die Steuerungsgruppe bzw. die jeweiligen Vertreter_innen der Hochschulen entscheiden über die Annahme oder Ablehnung der Verbesserungsvorschläge der Zirkelgruppe. Gleichzeitig sind sie verantwortlich für die Umsetzung an den jeweiligen Hochschulen.

Die Zirkelgruppe: Die Zirkelgruppe bildet das Qualitätszirkelteam, das an der gemeinsamen Erarbeitung einer Lösung/eines Verbesserungsvorschlages arbeitet. Die Mitglieder des Zirkelteams werden von der Steuerungsgruppe bzw. den jeweiligen Leitungen der Studienberatungen an den vier Hochschulen bestimmt.

Themengebiete

Die Themen, die für die Arbeit des Qualitätszirkels relevant sind, werden durch den gemeinsamen Projektantrag beschrieben und ergeben sich im Detail aus der täglichen Arbeit der einzelnen Zirkelgruppe-Mitglieder.