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Vortrag

„Seid mir gegrüsst, ihr theuren Hallen“

Der Opernkomponist Louis Spohr, die Zensur und Berlin

Zehn Opern hat er komponiert, der Kasseler Hofkomponist Louis Spohr – eng befreundet mit Giacomo Meyerbeer und Felix Mendelssohn Bartholdy. Einige seiner musikdramatischen Werke wurden von der Zensur kritisiert, sogar manchmal verboten. Ein Schwerpunkt liegt auf jenen Werken, in denen Spohr politisch und gesellschaftlich brisante Themen behandelt wie in „Jessonda“, „Der Alchimist“ (nach Washington Irving), „Pietro von Abano“ (nach Ludwig Tieck) und „Die Kreuzfahrer“.

Spohrs Opern werden von Hexen und Zauberern, Kreuzrittern und Berggeistern, Liebespaaren und Intriganten, Eulenköniginnen und Alchimisten bevölkert. In längst vergangene Zeiten und sagenumwobene Landschaften, nach Indien, Spanien, Flandern, Deutschland, Italien und in die Türkei führt uns diese Opernreise mit dem Komponisten Louis Spohr. Er wird begleitet von namhaften Sängern, Orchestern und Dirigenten mit musikalischen Beispielen aus seinen zehn Opern.
Diese Entdeckungsreise ist zugleich ein Stück Operngeschichte, denn Spohr kann – neben Carl Maria von Weber - zu Recht als Wegbereiter des romantischen Musikdramas bezeichnet werden. Einige seiner Operntexte (Jessonda, Pietro von Abano, Der Alchymist, Die Kreuzfahrer) befassen sich mit brisanten politischen und gesellschaftskritischen Themen, deren musikalische Behandlung Erstaunliches über den seiner Zeit vorauseilenden Opernkomponisten Spohr zu Tage fördert.

Ein besonderes Kapitel ist Louis Spohrs Beziehung zu Berlin gewidmet. Der Briefwechsel mit der „Generalintendantur“ der Königlichen Schauspiele zu Berlin gibt Aufschluss über die Schwierigkeiten, progressive Operntexte in dieser Zeit durchzusetzen und aufzuführen. Das betrifft besonders „Pietro von Abano“, ein Opernlibretto nach Ludwig Tiecks Novelle. Spohrs Freund Giacomo Meyerbeer stand ihm hier kollegial und helfend zur Seite.

Eine Entdeckungsreise durch Louis Spohrs vergessene Opern - Vortrag mit musikalischen Beispielen und einer kleinen Ausstellung von Bildern und Dokumenten

Prof. Susan Owen-Leinert und Michael Leinert Vortrag