Akademie der Künste verleiht Raphaëlle Aoun Förderpreis Komposition

Bei der diesjährigen Verleihung des Busoni-Kompositionspreises an den südafrikanischen Komponisten Njabulo Phungula durch die Akademie der Künste wurde in Berlin gleichzeitig der Förderpreis an die libanesische Komponistin und Eisler-Studentin Raphaëlle Aoun vergeben. Der Förderpreis ist mit 3.000 Euro dotiert.
Die Jury bildeten Christopher Fox, Anna Korsun und Annette Schlünz, Mitglieder der Sektion Musik der Akademie der Künste. Raphaëlle Aoun beeindruckte die Jury mit der klanglichen Raffinesse ihrer Musik, wie in ihrem Ensemblewerk grey olive tree (2025) und in der Kammermusikkomposition the scent of cents (2025). In Raphaëlle Aouns Werk stehen „die sinnlichen und abstrakten Dimensionen der Musik in ständigem Dialog, wobei ihr klanglicher ‚Duft‘ durch den Einsatz der reinen Stimmung erzielt wird.“
Der Busoni-Kompositionspreis wurde 1988 von Aribert Reimann gestiftet und wird im Abstand von zwei bis drei Jahren an junge Komponist*innen für besonders qualitätvolle und neuartige Kompositionsansätze vergeben. Die diesjährige Preisverleihung findet am 13. November 2026, 19 Uhr, in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin statt.
Die libanesische Komponistin Raphaëlle Aoun wurde 2004 geboren und studiert seit 2024 Komposition im Bachelor bei Prof. Samir Odeh-Tamimi an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Sie vertiefte ihre Kenntnisse bei Komponisten wie Helmut Zapf, Marc Sabat, Carola Bauckholt, Milica Djordjević, Gordon Kampe, Oscar Bianchi, Arnulf Herrmann und anderen.
Ihre Werke wurden von renommierten Ensembles und Solisten aufgeführt, darunter das Ensemble Modern, das Ensemble Musikfabrik, das Ensemble LUX:NM, das MotoContrario Ensemble, die United Instruments of Lucilin, das Art Percussion Ensemble, das Celloduo Abele-Manaev, das Duo Tocar, Matthias Bauer und Michael Vogt. Sie wurde für die Teilnahme an Festivals und Residenzen ausgewählt, darunter das Klangwerkstatt Festival Berlin, das Mixtur Festival, das Rainy Days Festival, die Akademie Kontemporär Hamburg, das Young Composers Meeting 2026 und das Residenzprogramm Precept.Concept.Percept. XIII.
Über ihr künstlerisches Engagement hinaus pflegt sie vielseitige Interessen und setzt sich aktiv für soziale Vielfalt und Dialog ein. Daher wurde ihr erst kürzlich der DAAD Preis 2026 der Hochschule verliehen.