Nachruf: Die Pianistin Helgamaria Hellmich ist gestorben (†103)

Helgamaria Hellmich
12.11.1922 in Erfurt – 06.04.2026 in Berlin
Helgamaria Hellmich gehörte zum Urgestein der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und begann bereits 1952 in den Gründungsjahren der Deutschen Hochschule für Musik Berlin zunächst als Assistentin, dann als Dozentin für Klavier zu unterrichten. Sie begleitete im Lehrauftrag für Korrepetition und später im Nebenfach Klavier über 50 Jahre lang die Ausbildung der Streicher- und Dirigierklassen an der Eisler als auch an der Spezialschule für Musik, die später zum Bach-Gymnasium wurde. Nach ihrem offiziellem Ruhestand 1983 unterrichtete sie nahtlos weiter und übernahm noch bis 2003 vor allem für die Dirigierklassen regelmäßige Lehraufträge.
Ihr Studium hatte sie Ende der 1940er Jahre an der Hochschule für Musik in Weimar absolviert und anschließend dort unterrichtet, bevor es weiter nach Berlin ging. In Weimar lernte sie ihren Ehemann, den Schauspieler Prof. Heinz Hellmich kennen, der seit 1962 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin lehrte. Noch im hohen Alter spielte Helgamaria Hellmich täglich auf ihrem Steinway-Flügel, lebte und bewältigte täglich die 73 Stufen in ihrem Wohnhaus in Pankow – ohne Aufzug.
Helgamaria Hellmich ist im April mit 103 Jahren gestorben. Generationen von Studierenden unserer Hochschule werden sich an sie als eine warmherzige, überaus wertschätzende und herausragende Pädagogin erinnern, die sich darüber hinaus jahrzehntelang für die frühe Talentförderung in der Musikschullandschaft einsetzte. Die Hochschule gedenkt Helgamaria Hellmich mit großer Dankbarkeit für ihre künstlerische und pädagogische Lebensleistung.
Berlin, im Juni 2026