Wir trauern um Prof. Stephan Picard

10. September 1960 – 18. Juli 2026
Mit tiefer Trauer haben wir vom Tod unseres Violin-Professors Stephan Picard erfahren, der mit nur 65 Jahren völlig unerwartet und viel zu früh verstorben ist. Mit ihm verliert unsere Hochschule einen herausragenden Geiger, einen prägenden Pädagogen und einen langjährigen, hoch geschätzten Kollegen.
Stephan Picard wurde 1960 in Barcelona geboren und studierte bei Saschko Gawriloff, Rami Shevelov, Ilona Gheorghiu und Roman Nodel in Essen, Hannover und Mannheim. Als gefragter Kammermusiker war er Mitglied des Michelangelo String Quartet und des Mendelssohn Trio Berlin und trat unter anderem in der Berliner Philharmonie, im Concertgebouw Amsterdam und in der Wigmore Hall London auf. Über viele Jahre war er Konzertmeister am Theater Aachen und beim Münchener Kammerorchester und musizierte freiberuflich mit den Berliner Philharmonikern.
Seit 1991 wirkte Stephan Picard als Professor für Violine an den Musikhochschulen Detmold und Mainz, bevor er 1995 einem Ruf an die Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin folgte. Mit seiner Pensionierung im September 2025 blieb er unserer Hochschule weiterhin als Gastprofessur verbunden. Hier prägte er über drei Jahrzehnte hinweg Generationen von Geigerinnen und Geigern; viele seiner Studierenden wirken heute selbst als Professor*innen, Orchestermusiker*innen, Kammermusiker*innen und Solist*innen. Über zehn Jahre gestaltete er aktiv die Hochschule als Abteilungsleiter und Mitglied im Akademischen Senat mit.
Wir verlieren mit Stephan Picard einen herausragenden Musiker und einen leidenschaftlichen, liebevollen Lehrer, dessen Tür für seine Studierenden stets offenstand und dessen Rat und Wärme viele von uns über Jahre begleitet haben. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke in unserer Hochschulgemeinschaft.
Im Kreise der Lehrenden, der Studierenden und Absolvent*innen sowie in der Administration erinnern wir uns an einen offenen, warmherzigen Lehrer und engagierten Kollegen, der sich für die Studierenden und für die Hochschule mit viel Herzblut einbrachte.
Wir gedenken in großer Trauer seiner künstlerischen und pädagogischen Lebensleistung und werden Stephan Picard immer in dankbarer Erinnerung behalten. Unsere Anteilnahme gilt in dieser schweren Zeit seiner Ehefrau, seinen Freundinnen und Freunden, seinen Kolleginnen und Kollegen sowie seinen zahlreichen Studierenden auf der ganzen Welt.
Im Namen der Hochschulgemeinschaft
Prof. Andrea Tober
Rektorin