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Benefizkonzert

für einen neuen Konzertflügel

25.9.2019
19 H, € 25.-
Studiosaal
Charlottenstraße 55, 10117 Berlin

Buy ticket Order Hotline 030.20309-2101

Die Hanns Eisler fördert die künstlerische Exzellenz ihrer Studierenden und verpflichtet sich, hierfür exzellente Lehr- und Lern-Bedingungen zu schaffen. Aus diesem Grund wurde der Erwerb eines neuen Konzertflügels für den Studiosaal beschlossen, nachdem das alte Instrument den Pianist*innen der Hochschule über Jahrzehnte hinweg treu gedient hatte.
Dank großzügiger Unterstützung der Thörl-Stiftung konnte bereits ein Teil der Finanzierung sichergestellt werden. Über weitere Zuwendungen würde sich die Hochschule sehr freuen. Im Rahmen des Benefizkonzertes lassen die Professoren Jonathan Aner, Kirill Gerstein, Eldar Nebolsin sowie Klavierstudierende das neue Instrument erstmals vor Publikum im Studiosaal erklingen. Um die Möglichkeiten und das „Können“ des neuen Instruments herauszustellen, präsentieren die Mitwirkenden ein Programm mit verschiedenen Stilen und Epochen. „Das Konzert wird vor allem fröhlich!“ (Eldar Nebolsin)

Vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!


Franz Schubert Fantasie f-Moll, D 940, op. 103
Jonathan Aner, Eldar Nebolsin Klavier

Déodat de Séverac Cerdaña
Kenji Miura Klavier

Igor Strawinsky Der Feuervogel, transkribiert für Klavier von Guido Agosti
Yumin Wu Klavier

Hassan und Ibrahim Ignatov Celebration in Deliorman
Maurice Ravel La Feria
Hassan und Ibrahim Ignatov Klavier

Maurice Ravel La valse
Kirill Gerstein, Eldar Nebolsin Klavier

Aufgrund von Baumaßnahmen leider nicht barrierefrei.


Ein Gespräch mit Eldar Nebolsin, Professor für Klavier

Eine Musikhochschule verfügt meist über zahlreiche Flügel und Klaviere, und für den Unterricht stehen in manchen Räumen oft sogar zwei Instrumente. An der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin sind fast täglich zwei Klavierstimmer an den beiden Standorten der Hochschule mit dem Stimmen und der Instandhaltung der 134 Flügel, 42 Klaviere und sieben Cembali beschäftigt. Nun kommt ein neuer hochwertiger Steinway-Konzertflügel für den Studiosaal hinzu. Einen Teil des Kaufpreises spendete dankenswerterweise die Thörl Stiftung.

Drei international gefragte Solisten, Kammermusiker und Professoren der Hochschule – Kirill Gerstein, Eldar Nebolsin und Jonathan Aner – werden außerdem ein Benefizkonzert für den Erwerb dieses neuen Steinway-Flügels zusammen mit Studierenden der Klavierabteilung spielen. Sie stellen den Flügel als neues „Mitglied“ der Hochschule mit speziellem Repertoire vor. Der russische Pianist Eldar Nebolsin unterrichtet seit 2013 als Professor für Klavier an der Hanns Eisler und hat den Flügel mit ausgewählt.

Prof. Nebolsin, was spielen Sie in Ihrem Konzert?

Das Konzert wird vor allem fröhlich! Wir wollen das Publikum mit einem abwechslungsreichen Überraschungsprogramm zum Staunen bringen, vielleicht etwas spielen, was man nur ganz selten bis nirgends hören kann. Bei diesem Konzert wollen wir natürlich auch vertrauter mit dem neuen Steinway-Flügel werden, seine Möglichkeiten zeigen, also mit verschiedenen Stilen und Epochen einschließlich der Musik zeitgenössischer Komponisten, das „Können“ dieses neuen Flügels herausstellen. Ich bin sehr glücklich mit diesem Flügelkauf – und sehr dankbar, dass die Hochschule ihn zu guten Konditionen erwerben konnte. Für den Fachbereich Klavier ist er eine große Bereicherung.
Für das Benefizkonzert wählen wir Solowerke, Werke zu vier Händen und auch für zwei Flügel. Das Wichtigste in jedem Zusammenspiel ist das gemeinsame Atmen – mit Kirill Gerstein habe ich bereits einmal an der Hochschule im Klavierforum gespielt, und ich freue mich sehr auf unseren nächsten Auftritt!

Spüren Sie es, wenn Sie auf einem neuen Instrument spielen?

Pianisten spielen im Grunde bei jedem Konzert auf einem neuen Instrument, daran sind wir gewöhnt. Aber wir brauchen Zeit, um uns damit vertraut zu machen, sonst wird es eine gefährliche Reise. Den neuen Flügel konnten wir im Studiosaal allerdings schon ausführlich ausprobieren, um herauszufinden, was er leisten kann. Nicht jedes Instrument kann alles, so sehr man sich anstrengt. Der neue Flügel wird im Studiosaal in der Charlottenstraße bleiben, damit die Klavierabteilung einen unmittelbaren Zugang dazu hat. Bisher standen ein guter Konzertflügel im Krönungskutschen-Saal im Marstall – wo wir meistens Konzerte spielen – und einer im Studiosaal, aber sie waren sehr unterschiedlich und schon ein wenig abgespielt, der älteste ist Baujahr 1966. Jeder Flügel hat seine Vor- und Nachteile.

Haben Sie Lieblingsinstrumente, Lieblingsmarken?

Sicherlich habe ich manche Instrumente lieber, jede Marke hat allerdings oft sehr unterschiedliche Instrumente. Besonders bei den hochwertigen Marken spürt man, dass jeder Flügel ein Individuum ist. In manchen Jahrgängen einer Marke kann es sehr ähnlich klingende Instrumente geben, während die nächste Ausgabe wieder anders ist.
Der neue Steinway-Flügel im Studiosaal wurde in Hamburg gebaut. Amerikanische Steinway-Flügel klingen übrigens wiederum ganz verschieden von denen, die in Deutschland gebaut werden. Aber hier wie dort wird gleichermaßen auf amerikanischen und deutschen Instrumenten gespielt. Ich persönlich bevorzuge die Hamburger Instrumente, sie klingen für mich vielseitiger und man kann in verschiedenen Stilen, Epochen auf ihnen spielen. Die amerikanischen Instrumente klingen hervorragend, aber für mich manchmal etwas gleich. In Orchesterkonzerten kommt das sehr gut zur Geltung, aber für Kammermusik ist das nicht immer passend, da brauche ich mehr einen lyrischen Ton.

Was war Ihr erstes Instrument im Leben und hat es Ihre persönliche Geschichte beeinflusst?

Ich bin in Usbekistan, in Taschkent aufgewachsen. Zu Hause hatten wir zunächst ein Klavier. Das war nicht schlecht, aber als ich älter wurde, kauften meine Eltern einen Becker-Flügel, ein Instrument des deutschen Klavierbauers Jakob Becker, der seine Fabrik in St. Petersburg hatte. Für mich war das ein großes Geschenk, weil ich endlich zu Hause auf einem Flügel spielen konnte. Ich habe ihn sehr geliebt, er hatte einen schönen Klang. In Deutschland gibt es noch einige Becker-Flügel. Jedes Mal, wenn ich einen sehe, ist das für mich eine Reise in meine Kindheit.

Wann haben Sie sich entschieden, Pianist zu werden?

Mit 16 Jahren bin ich zum Studium nach Madrid gegangen, um bei Dmitri Bashkirov an der Excuela Superior de Música Reina Sofía zu studieren. Er war gleichzeitig Professor am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium, aber ich selbst habe nie in Moskau studiert oder gelebt. Seit 2012 lebe ich in Berlin mit meiner Familie. In Taschkent gab es allerdings seit Sowjetzeiten eine große russische Tradition, meine Muttersprache ist auch Russisch, obwohl meine Mutter Usbekin ist. Nach Taschkent kamen regelmäßig führende Musikerpersönlichkeiten, Rostropowitsch, Schostakowitsch, Khatchaturjan, Gilels, Richter. Während des Zweiten Weltkriegs wurde außerdem das gesamte Leningrader Konservatorium nach Taschkent evakuiert. Meine Lehrerin in Taschkent, Natalja Sergejewna Wasinkina, war selbst ehemalige Schülerin eines Leningrader Professors, des Pianisten Igor Komarow.

Heute unterrichten Sie selbst. Was ist für Sie besonders wichtig in der Arbeit mit Studierenden?

Die Frage „Warum?“ ist für mich am wichtigsten. Ein Student oder eine Studentin soll nicht nur einfach schön spielen. Der schöne Klang und Perfektion ist sicherlich auch wichtig. In der Musik gibt es keine absolute Wahrheit, sondern sehr viele Varianten, um Emotionen, Gedanken auszudrücken.
Carl Philipp Emanuel Bach spricht von „musikalischen Gedanken“, d.h. wir müssen etwas über die Musik transportieren, nicht nur Klänge, sondern auch Gedanken. Lieber nicht ganz so schön, aber gedankenvoll, als schön, aber gedankenlos – obwohl wir hier niemanden haben, der nicht schön spielt. Ich will hören können, was ein Pianist ausdrücken will.