Sinfoniekonzert: Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

Sinfoniekonzert

Tuesday 16.06.2026 20 H, € 12,– erm. € 8,– Konzerthaus Berlin, Großer Saal Gendarmenmarkt, 10117 Berlin

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Meister des Klangrauschs 

Die „Vier letzten Lieder“ gelten als künstlerisches Vermächtnis des Klangmagiers Richard Strauss. Sie spiegeln die Endlichkeit der Welt und die Abschiedsstimmung des über 80-jährigen Komponisten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wider. Kreisläufe der Natur werden in den vertonten Gedichten von Joseph von Eichendorff und Hermann Hesse durchmessen – Jahreszeiten, Tageszeiten und ein Menschenleben. Solistin ist die thailändische Sopranistin Duangamorn Fu.

Richard Wagners legendärer Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ in nur 70 Minuten: Für das sinfonische Abenteuer „The Ring“ bearbeitete Henk de Vlieger die vier Wagner-Opern von Rheingold bis Götterdämmerung. Aus der etwa 15-stündigen Musik der Originalpartituren lässt der holländische Komponist und Arrangeur ganze Szenen entstehen, zeichnet entscheidende vokale Passagen im Orchester nach. Für das Sinfonieorchester der Hochschule in der Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Operndirigenten Markus Stenz wird es ein Fest.

Richard Strauss 1864–1949
„Vier letzte Lieder“ AV 150, TrV 296
nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff
Frühling (Hermann Hesse)
September (Hermann Hesse)
Beim Schlafengehen (Hermann Hesse)
Im Abendrot (Joseph von Eichendorff)

Richard Wagner 1813–1883 
„The Ring – An Orchestral Adventure“ (Arr. Henk de Vlieger)
Vorspiel
Das Rheingold
Nibelheim
Walhall
Die Walküren
Feuerzauber
Waldweben
Siegfrieds Heldentat
Brünnhildes Erwachen
Siegfried und Brünnhilde
Siegfrieds Rheinfahrt
Siegfrieds Tod
Trauermusik
Brünnhildes Opfertat


Duangamorn Fu Sopran
Hochschulsinfonieorchester
Markus Stenz Leitung

 

Hochschulsinfonieorchester
Das Sinfonieorchester der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin setzt sich aus Instrumentalstudierenden zusammen und tritt regelmäßig mit Konzerten an die Öffentlichkeit. In Berlin konzertiert das Orchester regelmäßig im Konzerthaus am Gendarmenmarkt und in der Berliner Philharmonie. Leiter des Orchesters war von 1979 bis 2001 Prof. Hans-Dieter Baum. Von 2002 bis 2022 wurde es von Prof. Christian Ehwald dirigiert. Zum Sommersemester 2023 übernahm Prof. Markus Stenz die Leitung.

Das Orchester arbeitete bisher mit Gast-Dirigenten wie János Czifra, Alun Francis, Peter Gülke, Lutz Köhler, Marc Piollet, Sir Simon Rattle, Rolf Reuter, Helmuth Rilling, Hanns-Martin Schneidt, Jörg-Peter Weigle und Sebastian Weigle. Neben ihrer Konzerttätigkeit spielen Mitglieder des Orchesters auch zu den Opernaufführungen der Hochschule. In einer Reihe von öffentlichen Workshops hat das Orchester bereits mit international renommierten Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, Daniel Barenboim, Zubin Mehta, Kent Nagano, Seiji Ozawa, Sir Simon Rattle und Christian Thielemann zusammengearbeitet.

Duangamorn Fu
Die thailändisch-taiwanesische Sopranistin Duangamorn Fu, geboren 1998, studiert derzeit im Masterstudiengang Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Prof. Anna Samuil, wo sie das Privileg hat, mit Matthias Samuil und Prof. Wolfram Rieger zu arbeiten sowie an Meisterkursen von KS Prof. Thomas Quasthoff und KS Prof. Krassimira Stoyanova teilzunehmen. Sie erhielt ihren Bachelor of Music mit Auszeichnung an der College of Music, Mahidol University (Thailand) bei Prof. Nancy Tsui-Ping Wei.

Sie ist Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe. 2025 erhielt sie den ersten Preis in der Lied-Duo-Kategorie beim Triomphe de l’Art International Music Competition in Brüssel sowie den zweiten Preis beim Mikuláš Schneider-Trnavský Wettbewerb in der Slowakei, wo ihr zusätzlich Sonderpreise für die Interpretation einer Mozart-Arie und für künstlerische Leistungen verliehen wurden. Bei der Klaudia Taev Competition for Young Opera Singers in Estland wurde sie mit dem Publikumspreis sowie für ihre Interpretation von Schuberts „Ave Maria“ ausgezeichnet.

Im Jahr 2024 wurde sie bei der Young Voices Alpe Adria International Vocal Competition in Graz mit dem ersten Preis ausgezeichnet und erhielt den zweiten Preis bei der Nurzhamal Ussenbayeva Vocal Art Competition in Astana (Kasachstan). Darüber hinaus wurden ihr mehrere Sonderpreise bei Wettbewerben in Portugal und Polen zuerkannt.

Als Opern- und Konzertsängerin war sie unter anderem in der Berliner Philharmonie zu hören, wo sie bei ihrem Debüt an der Seite von Sumi Jo sang. Weitere Auftritte führten sie in den Großen Saal des Konzerthauses Berlin mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg sowie in den Dvořák-Saal des Rudolfinums in Prag. Zudem trat sie unter anderem im Schlosstheater Schönbrunn in Wien, in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin sowie mit dem Thailand Philharmonic Orchestra auf.

Markus Stenz
Markus Stenz hatte bereits zahlreiche bedeutende Positionen bei internationalen Orchestern und Opernhäusern inne, u.a. als Chefdirigent des Radio Filharmonisch Orkest, Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister, Principal Guest Conductor des Baltimore Symphony Orchestra, Conductor-in-residence des Seoul Philharmonic Orchestra, Chefdirigent des Melbourne Symphony Orchestra und der London Sinfonietta sowie Künstlerischer Leiter des Montepulciano Festival.

Als Operndirigent hat er zahlreiche Ur- und Erstaufführungen sowie Wiederaufnahmen geleitet, u.a. die Weltpremiere von György Kurtágs Oper „Finde Partie“ an der Mailänder Scala (2018), an der Amsterdamer Dutch National Opera (2019) sowie an der Opéra National de Paris (2022), Benjamin Brittens „A Midsummernight's Dream“ (2021) und „Death in Venice“ (2019) an der Deutschen Oper Berlin sowie Franz Schrekers „Die Gezeichneten“ an der Bayerischen Staatsoper (2018). Markus Stenz dirigierte eine Neuproduktion von Wagners „Der fliegende Holländer“ am Teatro La Fenice in Venedig, sowie die Produktionen „Ariadne auf Naxos“ und „Lohengrin“.

Er war zu Gast beim Detroit Symphony Orchestra, Indianapolis Symphony Orchestra, Oregon Symphony Orchestra, New Japan Philharmonic Orchestra, BBC National Orchestra of Wales, Orchestra dell’Academia Nazionale di Santa Cecilia, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, bei der Dresdner Philharmonie und der Staatskapelle Weimar sowie auf Wiedereinladung beim Seoul Philharmonic Orchestra, Radio Filharmonisch Orkest sowie Gürzenich-Orchester Köln.

In der Saison 2023/24 kehrte Markus Stenz für „Mahagonny“ an die Dutch National Opera zurück, reiste für die „Walküre“ nach Hangzhou in China, dirigierte eine Sondervorstellung von „Fin de partie“ in Kurtágs Heimatstadt Budapest und ging für Aufführungen in Hamburg und Köln auf Tournee. Er kehrte sowohl zum Orchestre National de Lyon als auch nach einem sehr erfolgreichen Debüt beim CBSO mit Mahler 2 in 2022 für die 7. zurück. In Italien dirigierte er sowohl das Orchestra della Toscana als auch die Fondazione Haydn di Bolzano, in den USA kehrte er zum New Jersey Symphony Orchestra zurück und gab sein Debüt beim Naples Philharmonic Orchestra. In Deutschland dirigierte Markus Stenz unter anderem das MDR Sinfonieorchester, die Stuttgarter Philharmoniker und die Staatskapelle Halle.

Während seiner Zeit beim Gürzenich-Orchester Köln erhielt er den Preis für das „Beste Konzertprogramm der Saison 2003/04“ und initiierte eine Reihe von Jugend- und Bildungsprojekten wie „Experiment Klassik“, „3. Akt“ und das Konzert-Live-Mitschnitt-Projekt „GO live“.

Seine umfangreiche Diskografie umfasst zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen, darunter den Gesamtzyklus der Symphonien Gustav Mahlers mit dem Gürzenich-Orchester, wobei die Symphonie Nr. 5 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde; Strauss' „Don Quijote“ und „Till Eulenspiegel“ wurden von der Kritik einhellig gelobt, gefolgt von einer ebenso gefeierten Aufnahme von Schönbergs Gurreliedern, die 2015 erschien und bei den Gramophone Awards 2016 mit dem Choral Award ausgezeichnet wurde. Des Weiteren wurde u.a. die Einspielung von Schönbergs Gurre-Liedern mit dem Gürzenich-Orchester mit dem Gramophone Classical Music Award prämiert.


Frühling
Hermann Hesse  1877–1962, 1899

In dämmrigen Grüften
Träumte ich lang
Von deinen Bäumen und blauen Lüften,
Von deinem Duft und Vogelsang.

Nun liegst du erschlossen
In Gleiß und Zier,
Von Licht übergossen
Wie ein Wunder vor mir.

Du kennst mich wieder,
Du lockst mich zart,
Es zittert durch all meine Glieder
Deine selige Gegenwart.

September
Hermann Hesse  1877–1962, 1927

Der Garten trauert,
Kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
Still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
Nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
Bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
Müdgewordnen Augen zu

Beim Schlafengehen
Hermann Hesse  1877–1962, 1911

Nun der Tag mich müd gemacht,
Soll mein sehnliches Verlangen
Freundlich die gestirnte Nacht
Wie ein müdes Kind empfangen.

Hände, laßt von allem Tun,
Stirn vergiß du alles Denken,
Alle meine Sinne nun
Wollen sich in Schlummer senken.

Und die Seele unbewacht
Will in freien Flügen schweben,
Um im Zauberkreis der Nacht
Tief und tausendfach zu leben

Im Abendrot
Joseph von Eichendorff  1788–1857, 1841

Wir sind durch Not und Freude
Gegangen Hand in Hand,
Vom Wandern ruhen wir
Nun überm stillen Land.

Rings sich die Täler neigen,
Es dunkelt schon die Luft,
Zwei Lerchen nur noch steigen
Nachträumend in den Duft.

Tritt her, und laß sie schwirren,
Bald ist es Schlafenszeit,
Daß wir uns nicht verirren
In dieser Einsamkeit.

O weiter stiller Friede!
So tief im Abendrot,
Wie sind wir wandermüde –
Ist dies etwa der Tod?