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Nachruf: Gabriele Jaenecke

Gabriele Jaenecke © Gabriele Jaenecke

Die Lehrenden und Studierenden des Studiengangs Regie hat eine sehr traurige Mitteilung erreicht, die uns betroffen macht: Gabriele Jaenecke ist verstorben.

Geboren 1952 in Kassel, studierte Gabriele Jaenecke Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste München. Nach Assistenzen u.a. bei Jürgen Rose, Johannes Schütz und Erich Wonder arbeitete sie seit 1979 als selbstständige Bühnen- und Kostümbildnerin und war in allen Sparten des Theaters tätig. Ihre Vorliebe lag jedoch auf dem Gebiet des Musiktheaters. Sie kreierte ca. 150 Produktionen im In- und Ausland, u.a. an der Bayerischen Staatsoper, der Semperoper Dresden, der Hamburgischen Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper Wien, beim Edinburgh Festival, an der Nederlandse Opera Amsterdam, am Teatro Nacional Sao Carlos Lissabon und am Mariinski Theater in St. Petersburg. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Johannes Schaaf, Andreas Homoki, Kirsten Harms, Ludger Engels, Andras Fricsay, Peter Beauvais, Hans Neugebauer, Guy Montavon, Tim Coleman, Philipp Kochheim mit den Choreographen Francois Klaus und Heinz Spoerli sowie vielen anderen zusammen. Und auch ich hatte das Glück, Gabriele Jaenecke im Rahmen gemeinsamer Produktionen sehr gut kennen und schätzen zu lernen.

Neben Lehrtätigkeiten an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, der Weißensee Kunsthochschule Berlin sowie der Technischen Universität Berlin war Gabriele Jaenecke auch Professorin für Kostümgestaltung an der HfBK Dresden.

Im Studiengang Regie hatte Gabriele Jaenecke von 1992 bis heute für das Fach „Bühnenbild und Kostüm in Geschichte und Gegenwart“ einen Lehrauftrag inne. An der Hanns Eisler führte sie durchgehend ihre längste Lehrtätigkeit durch und war von daher sehr eng mit dem Studiengang verbunden. Sie hat die Neugestaltung der Regieausbildung nach der Wende wesentlich mit geprägt. Auf ihre Initiative und ihren Vorschlag hin, haben Corinna von Rad und ich die Lehre im Studiengang Regie aufgenommen. Mehrere Generationen Regiestudierender hat sie gemeinsam mit dem Kollegium ausgebildet. Und so stand sie „ihren“ Studierenden stets mit Rat und Tat zur Seite.

Auch für Absolvierende war sie nicht nur verständnisvolle Beraterin, sondern auch enge künstlerische Mitarbeiterin. Nach ihrem Regiestudium haben Nadja Loschky, Sandra Leupold und Max von Mayenburg in der Zusammenarbeit mit Gabriele Jaenecke an verschiedenen Opernhäusern erfolgreiche Inszenierungen erarbeitet.

Über einen Ausspruch, der Karl Valentin zugeordnet wird, hat Gabriele Jaenecke immer wieder sehr herzlich gelacht. Ich bin mir sicher, der Grund dafür lag darin, dass er etwas mit ihrem Leben in und mit der Oper zu tun hatte: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit!“ Treffender könnte kaum ihre hingebungsvolle Liebe zum Musiktheater, aber auch ihre akribische Besessenheit in allen Details der Ausführung und ihr leidenschaftliches Engagement bezüglich der Kreation von Bühnenräumen und Kostümen in den vielen, sehr unterschiedlichen Musiktheater-Produktionen beschrieben werden. 

In stillem Gedenken an die künstlerische und pädagogische Lebensleistung sowie an ihre prägende Persönlichkeit trauern wir um Gabriele Jaenecke. Wir werden sie vermissen und werden sie immer in Erinnerung behalten.

Prof. Claus Unzen
Leiter des Studiengangs Regie