Die wahre Art Eisler zu singen?

Hanns Eisler wiederentdeckt: Neue Perspektiven auf seine Lieder

28.11.2025 10 H und 13.30 H, Eintritt frei Galakutschen-Saal I Neuer Marstall, Schloßplatz 7, 10178 Berlin

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung am Grunewald

Zu den markanten Startsignalen, mit denen sich die Ruhr-Triennale zu Jahrhundertbeginn als repräsentativ-avanciertes Festival der westlichen Bundesrepublik profilierte, gehörte die szenische Aufführung der „Hollywood-Elegien“ von Brecht und Eisler im großen Rahmen der umgewidmeten Industriearchitektur. Seitdem hat das Interesse an dem zwischenzeitlich wenig be- und geachteten Komponisten Hanns Eisler (1898–1962) wieder zugenommen. Eisler, auch scharfzüngiger Publizist, gilt als einer der widersprüchlichsten und vielseitigsten Tonschöpfer des 20. Jahrhunderts. Der Schönberg-Schüler überwarf sich früh mit seinem Lehrer, komponierte aufpeitschende Arbeitermärsche, kommunistische Kampflieder, dann Filmmusik für Hollywood Klassiker, Kammermusik, die „Deutsche Sinfonie“, vertonte zahllose Gedichte seines Freundes Bertolt Brecht, schrieb mitreißende und einfühlsame Lieder – und die DDR-Nationalhymne. Drei Workshops für Studierende widmen sich dem umfangreichen Liedschaffen von Hanns Eisler, dem Namensgeber der Hochschule seit 1964. In Vorträgen werden Eislers Klavierliedtradition sowie Einflüsse von Schauspiel und Jazz reflektiert, gefolgt von musikalischen Proben an Eisler-Liedern. Prof. Clemens Rynkowski von der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Prof. Michael Schiefel vom Jazz Institut Berlin, Dr. Simone Hohmaier sowie die Musikwissenschaftlerin und Sängerin Dr. Meredith Nicoll sind für diesen öffentlichen Eisler-Workshop-Tag eingeladen, der mit einem Lounge-Konzert und Publikumsgespräch am Abend abschließt.

Dr. Simone Hohmaier, Dr. Meredith Nicoll, Prof. Clemens Rynkowski, Prof. Michael Schiefel Gäste

Prof. Dr. Stefan Drees und Dr. h.c. Frieder Reininghaus Leitung

In Zusammenarbeit mit der Internationalen Hanns Eisler Gesellschaft, dem Jazz Institut Berlin und der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch

10:15 – 10:45
Vortrag
„Künftigen Glückes gewiss“?
Eislers Liedschaffen zwischen Kampfgeist und Melancholie

Dr. Simone Hohmaier Vortrag

10:45 – 12:15
Input + Workshop mit Studierenden
„Hier ist oratorischer Schöngesang fehl am Platz“.
Eisler und die Klavierlied-Tradition

Aus den Fünf Elegien (“Hollywod-Elegien”)
1. Unter den grünen Pfefferbäumen 
2. Die Stadt ist nach den Engeln genannt
An den kleinen Radioapparat
Vom Sprengen des Gartens
Haltbare Graugans

Daoun Jung, Yutong Wei, Ainhoa López de Munain Isasmendi, Juntao Ye Gesang
Daniel Prinz u.a. Klavier

Dr. Meredith Nicoll Vortrag

12:15 – 12:30
Input
Hanns Eisler, Roland Barthes und die kernige Stimme.
Die Bedeutung der Körperlichkeit für die Klang- und Existenzform der Musik.

Dr. hc Frieder Reininghaus Vortrag

13:30– 15:00
Input + Workshop mit Schauspiel
Der Raum über das Gesagte hinaus.
An der Schnittstelle zwischen Text und Musik, Sprechen und Singen, dem Bündnis von Schauspiel und sängerisch-musikalischem Agieren.

Prof. Clemens Rynkowski Vortrag und Klavier

15:15 – 16:45
Präsentation
„Filigran und komplex wie einen Seiltanz“.
Mit Eislers Musik herumspielen und experimentieren, ohne sie zu beschädigen.

Prof. Michael Schiefel Vortrag

Roland Neffe Vibra- und Marimbaphon
Christian Kögel Gitarre

16:45 – 17:00
Zum Mitmachen
„Nimm, was Du kriegst!“
Eisler zum Mitsingen!

Meredith Nicoll Gesang
Daniel Prinz Klavier