Déjà-vu: Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

Déjà-vu

Kammerorchester der HfM Hanns Eisler Berlin

iCalKonzert

Freitag 11.12.2026 20 H, € 12,– erm. 8,– VVK ab 1.9. Konzerthaus Berlin, Großer Saal Gendarmenmarkt, 10117 Berlin

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Medienpartner: rbb radio3

Déjà-vu

Bücher werden verbrannt, das Lesen verboten und selbständiges Denken im vermeintlichen Interesse des Gemeinwohls unterdrückt. „Fahrenheit 451“ ist die Temperatur für die Selbstentzündung von Papier und der Titel des 1966 von Francois Truffaut verfilmten dystopischen Science-Fiction Romans von Ray Bradbury. Bradbury verarbeitete darin auch Erinnerungen an die Bücherverbrennungen des Jahres 1933 in Deutschland. Die eindringliche Filmmusik zu diesem Klassiker stammt vom amerikanischen Komponisten Bernard Herrmann.
Ein reales Aufführungsverbot von Musikwerken hingegen traf in der Zeit der NS-Diktatur viele Komponisten. Der Österreicher Franz Schreker (1878–1934) zählte zu den meistgespielten Komponisten seiner Zeit, 1933 musste er aufgrund seiner jüdischen Herkunft als Direktor der Berliner Akademischen Hochschule für Musik – heute Teil der Universität der Künste Berlin – zurücktreten. Sein Intermezzo, 1900/01 komponiert, ist klanglich höchst ausdrucksstarke, lebensbejahende spätromantische Musik.

Das Oboenkonzert von Ralph Vaughan Williams (1943/44), ein sehr lyrisches Werk, wirkt mit seiner transparenten Klangsprache beinahe wie Kammermusik für großes Orchester. Es wurde aufgrund der Bombardierung Londons 1945 in Liverpool uraufgeführt. Die Solistin im Konzert ist die Südkoreanerin Hyun Jung Song, die ihr Konzertexamen bei Prof. Dominik Wollenweber und Prof. Viola Wilmsen absolviert und seit Kurzem Solooboistin des City of Birmingham Symphony Orchestra ist.

Die Sinfonische Serenade von Erich Wolfgang Korngold (1897–1957), eines der anspruchsvollsten Werke des Streichorchester-Repertoires, verlangt den Ausführenden höchste technische, künstlerische und musikalische Fähigkeiten ab. Außergewöhnliche Klangfülle und große emotionale Strahlkraft zeichnen die Serenade aus, die Korngold seiner „über alles geliebten Frau Luzi und besten Freundin“ widmete. Er war ein Zeitgenosse von Schreker und Vaughan Williams und einer der meistgespielten Opernkomponisten seiner Zeit. Als Verfolgter des NS-Regimes musste er Wien verlassen und wurde in der Emigration als Filmkomponist in Hollywood sehr erfolgreich. Die Sinfonische Serenade entstand 1947/48 und wurde 1950 von den Wiener Philharmonikern uraufgeführt.

Zum vierten Mal leitet Prof. Ulf Wallin das Kammerorchester der Hochschule, das zu den traditionsreichsten und renommiertesten Ausbildungsensembles der Eisler zählt. Der schwedische Violinist unterrichtet seit 30 Jahren an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.

Bernard Herrmann  1911–1975
„Fahrenheit 451 – Suite for Strings, Harps, and Percussion“ (1966)
Prelude
Fire Engine 
The Bedroom 
The Reading
The Garden 
The Nightmare 
Flowers of Fire
Flamethrower
The Captain’s Death 
The Road and Finale 

Franz Schreker  1878–1934
Intermezzo für Streichorchester fis-Moll op. 8 (1900)
Aus „Romantische Suite für Orchester“

Ralph Vaughan Williams  1872–1958
Konzert für Oboe und Streicher a-Moll (1943/44)
Rondo Pastorale
Minuet und Musette
Scherzo

Erich Wolfgang Korngold  1897–1957
Sinfonische Serenade B-Dur op. 39 für Streichorchester (1947/48) 
Schwebend. Allegro moderato semplice
Intermezzo. Allegro molto
Lento religioso
Finale. Allegro con fuoco

Hyun Jung Song Oboe
Hochschulkammerorchester
Prof. Ulf Wallin Violine, Leitung