Frauenbeauftragte

 

Aufgaben der Frauenbeauftragte

Die Frauenbeauftragte berät und unterstützt die Hochschulleitung und die übrigen Einrichtungen der Hochschule darin, die verfassungsrechtlich gebotene Chancengleichheit herzustellen. Ihre Rechte und Pflichten sind im Berliner Hochschulgesetz (§ 59 BerlHG) und in den Frauenförderrichtlinien der HfM geregelt. Sie ist bei allen strukturellen, organisatorischen und personellen Maßnahmen, die Frauen betreffen, sowie bei den entsprechenden Vorlagen, Berichten und Stellungnahmen zu beteiligen. Die Frauenbeauftragte hat Informations-, Rede- und Antragsrecht bei allen Gremien und Organen der Hochschule und nimmt an Personalauswahlverfahren teil – von der Stellenausschreibung über das Auswahlverfahren bis zu den Entscheidungen. Damit soll erreicht werden, dass Frauen und Männer ihrer Qualifikation entsprechende, gleiche Entwicklungsmöglichkeiten haben und die für Frauen bestehenden Nachteile beseitigt werden. Sie nimmt Anregungen und Beschwerden entgegen und führt eigenständig Öffentlichkeitsarbeit durch.

Brauchen wir im Jahre 2016 wirklich noch eine Frauenbeauftragte?

Auf den ersten Blick scheint die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen an Musikhochschulen in Deutschland erreicht zu sein. Insgesamt beträgt der Anteil von Frauen und Männern unter den Studierenden an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ (nachfolgend HfM) circa 50 zu 50. Bei genauerem Hinsehen bestehen jedoch weiterhin Ungleichheiten. In manchen Bereichen sind Frauen kaum vertreten wie z. B. im Jazz, bei den Blechblasinstrumenten oder den Schlagzeugen. Mit jeder Stufe auf der akademischen Karriereleiter verringert sich ihre Zahl. Je hochrangiger und damit auch besser die bezahlt Professuren sind, desto seltener sind Frauen vertreten.

Heutzutage gibt es kaum noch Bereiche, in denen Frauen - ausdrücklich - ausgeschlossen sind. Dennoch sind sie vielerorts zahlenmäßig deutlich unterrepräsentiert. Ein Beispiel: Die Berliner Philharmoniker wurden 1882 gegründet. Hundert Jahre später, 1982, wurde mit der Geigerin Madelaine Carruzzo die erste Frau aufgenommen. Heute sind von 128 Planstellen 19 mit Frauen besetzt, 109 mit Männern.

1990 leitete erstmals eine Rektorin eine deutsche Musikhochschule: Es war Prof. Annerose Schmidt an der HfM.

Auch an anderen (Musik-)Hochschulen und auf Karrierewegen »versickern« Frauen gleichsam in den traditionell auf Männer ausgerichteten Strukturen.

  • Warum gibt es diese »leaky pipeline«?

  • Was würde Frauen auf dem Weg nach oben helfen?

  • Welche Steine liegen ihnen im Weg?

  • Wie können Frauen als Musikerinnen erfolgreich sein und gleichzeitig ein erfülltes Familienleben haben?

  • Wie kann die HfM sie hierbei unterstützen?

Antworten auf solche Fragen suche ich als hauptberufliche Frauenbeauftragte. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung sowie mit Professorinnen und Professoren der HfM entwickle ich hierzu Maßnahmen.

Auf diese Weise wurde z.B. das Clara-Schumann-Coaching-Programm konzipiert, welches individuelles Coaching für Frauen ermöglicht. Bei der Personalauswahl setze ich mich dafür ein, dass Frauen und Männer ihrer Qualifikation entsprechende, gleiche Chancen erhalten. Wo strukturelle Nachteile für Frauen bestehen, versuchen ich sie gemeinsam mit Kolleg_innen zu beseitigen. Mit den Aktivitäten der Frauenbeauftragten ist stets das Ziel verbunden, über die Förderung einzelner Frauen hinaus, die Universitätskultur im Sinne der Chancengleichheit zu verändern.

Als Frauenbeauftragte vertrete ich die Interessen von Frauen in den verschiedenen Hochschulgremien. Um Gleichberechtigung, gelungene Kommunikation zwischen Frauen und Männern sowie ein gutes Miteinander an unserer Hochschule zu gewährleisten, bin ich auf Ihre Rückmeldungen und Anregungen angewiesen. Bitte zögern Sie nicht, mich in allen Angelegenheiten, die Ihre Position als Frau innerhalb der Hochschule betreffen, anzusprechen.

Kommen Sie gern zu mir, wenn Sie ...

  • sich informieren wollen über Nachwuchsförderung, Stipendien, Preise speziell für Frauen

  • Fragen haben zum Clara-Schumann-Coaching-Programm

  • in einem Gremium oder einer Berufungskommission mitarbeiten wollen und sich (noch) nicht so recht trauen

  • ein Feedback wünschen zu Ihren Bewerbungsunterlagen

  • Unterstützung wünschen z.B. bei Anträgen, vor einem Vorstellungstermin oder einem sogenannten Wiedereingliederungsgespräch (BEM)

  • Entlastung benötigen, um Ihr Studium mit Ihren privaten Anforderungen in der Familie unter einen Hut zu bekommen

  • sich als Frau benachteiligt oder diskriminiert fühlen und Lösungsmöglichkeiten besprechen wollen

  • Konflikte mit Kommilitonen oder Lehrenden haben oder gemobbt werden

  • sich als Frau beleidigt oder sexuell belästigt fühlen und dies mit einer neutralen Person besprechen möchten

  • Fragen oder Anregungen zur geschlechtersensiblen Sprache haben

Alle Gespräche und Mails werden vertraulich behandelt.

Weiterführende Informationen und Themen der Frauenbeauftragten:

-> Frauenbeirat

-> Clara Schumann Coaching Programm

-> geschlechtersensible Sprache an der HfM

-> Bewerbungsunterlagen-Check für Studentinnen und Absolventinnen

-> Studieren mit Kind/ERN

-> Sexualisierte Diskriminierung