M♀ZART

Kammermusikfestival
Kammermusikfestival © Astrid Ackermann

Kammermusikfestival

Unter dem programmatischen Motto M♀ZART feiert die Hochschule vom 1. bis 3. Juli drei Tage lang die Kammermusik. Zum einen werden Werke von Komponistinnen quer durch die Musikgeschichte vorgestellt, zum anderen nimmt das Festival Mozart ins Visier:

„Musik ist eine universelle Sprache, die Menschen verbindet. Doch was verbindet die Musiker*innen miteinander? Nach so langer Zeit, in der pandemiebedingt jede*r Musiker*in für sich alleine musizierte, oder höchstens Aufnahmen veröffentlichte, ist es nun eine sehr große Freude, wieder das Zusammenspiel mit einem Kammermusikfestival zu feiern! Es spielen und singen Studierende mit Lehrenden, Alumni und Gästen, alle zusammen in Besetzungen und mit Werken, die das Intime wiedergeben, und gleichzeitig vor dem Orchestralen keine Scheu zeigen.

Lange fehlte die öffentliche Kammermusik in unserem Haus. Doch selbst als sie da war, war ersichtlich, dass einiges seltener gespielt wurde als anderes. Darunter fielen bedauerlicherweise Werke weiblicher Komponistinnen und erstaunlicherweise Werke von W. A. Mozart. Wie erklärt sich das? Ziemlich einfach: vor Mozart gibt es eine große Ehrfurcht, die viele Musiker*innen hemmt, seine Musik vorzutragen. Die Musik vieler Komponistinnen ist hingegen schlichtweg, und zu Unrecht, zu wenig bekannt.

Mit unserem Festival rücken wir diese wunderbare Musik drei Tage ins Zentrum. Dabei versprechen wir: Unsere Beschäftigung mit dieser Musik soll nach dem Festival weitergehen. Es soll von nun an sogar unsere Aufgabe sein, diese als Kernrepertoire der Kammermusik in unserem Haus zu betrachten und zu pflegen.

Zu guter Letzt möchte ich diesen Anlass nutzen, um etwas Großartiges zu verkünden. Mit diesem Festival weihen wir offiziell das neu gegründete Zentrum für Kammermusik der HfM ein! Ich gratuliere ganz herzlich allen Freunden und Freundinnen der Kammermusik, und hoffe, dass durch das Zentrum für Kammermusik dieser Freundeskreis immer weiterwachsen wird!“

Prof. Jonathan Aner
Künstlerischer Leiter

Liste

  • Samstag
    22.10.2022
    19 H
    € 15.- ERM 10.-
    Studiosaal
    Musiktheater

    Ravel: L'enfant et les sortilèges, L'heure espagnole

    Eine Inszenierung von Rebekah Rota - Premiere*

    Kartentelefon 030.20309-2101

    zur Veranstaltung Karten online

  • Sonntag
    23.10.2022
    19 H
    € 15.- ERM 10.-
    Studiosaal
    Musiktheater

    Ravel: L'enfant et les sortilèges, L'heure espagnole

    Eine Inszenierung von Rebekah Rota - Premiere*

    Kartentelefon 030.20309-2101

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  • Montag
    24.10.2022
    19 H
    € 12.- ERM 8.-
    Studiosaal
    Musiktheater

    Ravel: L'enfant et les sortilèges, L'heure espagnole

    Eine Inszenierung von Rebekah Rota

    Kartentelefon 030.20309-2101

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  • Dienstag
    25.10.2022
    19 H
    € 12.- ERM 8.-
    Studiosaal
    Musiktheater

    Ravel: L'enfant et les sortilèges, L'heure espagnole

    Eine Inszenierung von Rebekah Rota

    Kartentelefon 030.20309-2101

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  • Mittwoch
    26.10.2022
    19 H
    € 12.- ERM 8.-
    Studiosaal
    Musiktheater

    Ravel: L'enfant et les sortilèges, L'heure espagnole

    Eine Inszenierung von Rebekah Rota

    Kartentelefon 030.20309-2101

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  • Donnerstag
    27.10.2022
    19 H
    € 12.- ERM 8.-
    Studiosaal
    Musiktheater

    Ravel: L'enfant et les sortilèges, L'heure espagnole

    Eine Inszenierung von Rebekah Rota

    Kartentelefon 030.20309-2101

    zur Veranstaltung Karten online

Der Gedanke, dass auch Frauen komponieren können, scheint Mozart nicht fremd gewesen zu sein. So lobte er 1770 ein Lied seiner Schwester Nannerl, der exzellenten Pianistin, und forderte sie zum Weitermachen auf: „Cara sorella mia! Ich habe mich recht verwundert, daß du so schön Componiren kanst, mit einen wort, das lied ist schön, und probiere öfter etwas.“ (Brief vom 7. Juli aus Rom).

So eine Einstellung darf man keineswegs für selbstverständlich halten. Jahrhundertelang war weibliches Komponieren kaum ein Thema. Dabei gab es Komponistinnen zu jeder Zeit und das in stetig wachsender Zahl. Doch waren sie bis in die jüngere Zeit hinein kulturell und historisch weitgehend vergessen. Dem will das Festival mit Werken von Clara Schumann, Cécile Chaminade, Rebecca Clarke, Mel Bonis, Johanna Senfter, Louise Farrenc, Sofia Gubadulina, Grażyna Bacewicz und vielen anderen entgegentreten.

Gerade Kammermusik erwies sich angesichts der geringen Anzahl an Akteur*innen für Komponistinnen als besonders zugänglich, anders als großbesetzte Gattungen, deren Aufführung mit hohem Aufwand und Kosten verbunden ist, insbesondere die Oper. Das Festival will einen Beitrag zur Erschließung der unglaublichen Vielfalt an weiblicher Kammermusik leisten, will ihr Potenzial erfahrbar machen und fesselnde Stücke ins Repertoire holen. Entdeckungen und Überraschungen sind garantiert.

Zudem ist bei der Koreanerin Saemi Jeong eine Komposition für Klarinette, Viola und Klavier in Auftrag gegeben worden — eine Besetzung, zu der sie von Mozarts Kegelstatt-Trio inspiriert wurde. Immerhin liegt der Anteil der Kompositionsstudentinnen in Deutschland mittlerweile bei rund 35%, Tendenz steigend. Als besonderes Highlight wird das Programm komplettiert durch einen Vortrag von Eva Rieger, die mit ihren Forschungsarbeiten zur Rolle der Frau in der Musikkultur zur wegweisenden Pionierin wurde.