Die spannungsreiche Vielfalt des Gesangs kombiniert mit Kammermusik – beim Voiceday an der Eisler bringen die Studierenden und Lehrenden in diesem Sommer erneut selten gespieltes und ungewöhnliches Repertoire zu Gehör.
In Kooperation mit dem Zentrum für Kammermusik
Prof. Natalia Farhi, Prof. Jonathan Aner Leitung
In Memoriam Prof. Martin Bruns

25. November 1960 – 30. Januar 2026 in Berlin
Der diesjährige Voice Day ist dem Gedenken an unseren Kollegen Prof. Martin Bruns gewidmet, der im Januar dieses Jahres nach schwerer Krankheit mit nur 65 Jahren verstorben ist.
Nach einem anfänglichen Studium der Violine, absolvierte der Schweizer Bariton eine Gesangsausbildung in Fribourg, München sowie an der New Yorker Juilliard School, war Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, gastierte u.a. an den Opernhäusern von Bern, Freiburg, Düsseldorf und der Bayerischen Staatsoper München sowie weltweit an internationalen großen Bühnen und bei renommierten Orchestern. Als Gesangspädagoge war er an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Hochschule für Musik und Tanz Köln am Standort Aachen tätig. 2011 erhielt er den Ruf auf eine Professur für Gesang an die Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.
Dem Kollegium bleibt er als empathischer, umsichtiger und warmherziger Mensch in Erinnerung, der sich keiner Verantwortung entzog. Über die Lehre hinaus war er überaus aktiv an der akademischen Selbstverwaltung der Hoch-schule beteiligt. Als Leiter des Studiengangs Gesang, als Mitglied einer Vielzahl von Hochschulgremien und zeitweise als Prorektor setzte er sich stets engagiert für die Belange der Gesangsabteilung sowie der Hochschule insgesamt ein.
Prof. Martin Bruns war in seiner offenen, respektvollen und zugleich meinungsstarken Art ein wahrer Brückenbauer und ein weitsichtiger, anpackender Gestalter, der mit großem Elan neue Ideen einbrachte, sich nicht davor scheute, Überholtes hinter sich zu lassen und wo nötig starre Strukturen zu verändern. Als absolut verlässlicher Kollege, guter Moderator und hartnäckiger Streiter für eine gute und zeitgemäße Lehre, nahm er sich auch schwieriger und unangenehmer Themen an, trieb aktiv die Innovation der Lehre voran und galt als das Rückgrat der Gesangsabteilung. Seinen Kolleg*innen war er ein treuer Unterstützer und Begleiter, der großzügig sein Wissen teilte und für alle Belange ansprechbar war.
Als Lehrender unterstützte er das künstlerische Wachstum der Studierenden auf jede erdenkliche Weise – sei es durch die Schaffung zusätzlicher Auftrittsmöglichkeiten mit Orchester oder durch die Organisation von Meisterkursen und Projekten, zu deren Teilnahme er seine Studierenden beständig ermunterte. Es war sein Anspruch, nicht allein Stimmen, sondern darüber hinaus reflektierte und verantwortungsbewusste Künstlerpersönlichkeiten auszubilden.
Die Alumni von Prof. Martin Bruns erinnern sich an ihn als einen hochkultivierten, vielseitig interessierten und inspirierenden Begleiter und Mentor, der ihnen ehrliche Zuwendung entgegenbrachte und die Fähigkeit besaß, Menschen wahrhaft zu sehen und in ihrer Tiefe zu erfassen. Stets galt sein zentrales Interesse den Studierenden, die er in ihrer Individualität förderte und für deren Belange er sich unermüdlich einsetzte.
Seine Arbeit war geprägt von einer tiefen Liebe zu Musik und Sprache, von Freude am Musizieren und einem ansteckenden Enthusiasmus auf der stetigen Suche nach wahrhaftigem künstlerischen Ausdruck.
Wir widmen diese besondere Ausgabe des Voiceday, in der der Studiengang Gesang erstmalig eine enge und großangelegte Kooperation mit dem Zentrum für Kammermusik eingeht, dem Andenken an einen Lehrer, Kollegen und Freund, der mit seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit und großen Hingabe unsere Hochschulgemeinschaft auf besondere Weise bereichert und geprägt hat.
„et volo sopra 'l cielo, et giaccio in terra;
et nulla stringo, et tutto 'l mondo abbraccio.“




